18. Mai 2018

Architektur­wettbewerb: Jury prämiert drei Entwürfe

Drei Büros erhalten gleichwertige Preise im Architekturwettbewerb zur Generalsanierung des Gasteig: Auer Weber, Henn sowie Wulf Architekten werden ausgezeichnet und sollen ihre Entwürfe weiter entwickeln

Nach zwei spannenden Tagen Preisgerichtssitzung im Münchner MVG-Museum stimmte die Jury für die Vergabe von drei gleichwertigen Preisen an folgende Architekturbüros: die Auer Weber Assoziierte GmbH aus München mit der grabner huber lipp landschaftsarchitekten partnerschaft mbb, die Henn GmbH aus München mit der Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH sowie die wulf architekten GmbH aus Stuttgart mit der club L94 Landschaftsarchitekten GmbH und der theapro theater projekte daberto + kollegen planungsgesellschaft mbh.

Eine Anerkennung erhielten zwei Büros: die Boltshauser Architekten AG aus Zürich mit Sergison Bates Architekten und Maurus Schifferli Landschaftsarchitekt sowie Peter Haimerl Architektur aus München mit LUDES Architekten und der Ingenieure GmbH /Keller Damm Kollegen GmbH.

Insgesamt 21 Preisrichter hatten Stimmrecht und tagten zwei Tage lang unter Vorsitz des Berliner Architekten Prof. Volker Staab, um über 17 Entwürfe von Büros aus ganz Europa in einem anonymisierten Verfahren zu entscheiden. Zur Jury gehörten der Oberbürgermeister der Stadt München, Dieter Reiter, Bürgermeister Josef Schmid, Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers, Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner, Stadträte aus allen Fraktionen, namhafte Architekten und Professoren. Unterstützt wurde das Preisgericht von 20 Beratern und Sachverständigen der im Gasteig beheimateten Institute sowie Experten für Bereiche wie Akustik, Brandschutz und Technik.

Professor Volker Staab, Vorsitzender des Preisgerichts: „Die zentrale Frage, mit der wir uns die letzten zwei Tage befasst haben, lautete: ˊWie können wir die Qualitäten des Gasteig bewahren und zugleich etwas völlig Neues wagen?ˋDas Spektrum der eingereichten Entwürfe war extrem breit. Die Jury hat sich eindeutig für die drei prämierten Entwürfe ausgesprochen, jedoch erkannt, dass es kaum möglich ist, alle offenen Fragen in so kurzer Zeit zu klären. Ein Projekt mit einer solch hochkomplexen Aufgabenstellung und einem solchen Kostenvolumen erfordert einen seriösen Umgang. Deshalb ist es der richtige Weg, die drei Sieger an ihren Entwürfen weiterarbeiten zu lassen“.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Wir haben hier von den Preisträgern tolle Ideen auf dem Tisch liegen. Mit den drei ausgewählten Entwürfen haben wir jetzt die Chance, im weiteren Verfahren ein optimales Ergebnis für die Institutionen und vor allem natürlich für die Besucherinnen und Besucher zu erzielen. Der Gasteig als größtes Kulturzentrum Europas soll auf die nächsten Jahrzehnte hinaus gut aufgestellt sein. Diese Weiterentwicklung soll und darf dabei auch deutlich sichtbar sein, muss jedoch die Seele des Hauses erhalten. Ich bin zuversichtlich, dass uns das mit den jetzt vorliegenden Vorschlägen gut gelingen wird."

Bürgermeister Josef Schmid, Aufsichtsratsvorsitzender der Gasteig München GmbH: „Der Gasteig ist das Herz der Münchner Kultur. Deswegen begrüße ich es, dass wir mit den drei prämierten Entwürfen jetzt weiter in die Tiefe gehen können, denn: Die Generalsanierung des Gasteig ist das wichtigste und größte kulturelle Projekt der Zukunft. Wir wollen uns ganz sicher sein, welcher Entwurf am besten geeignet dafür ist. Damit dieses Herz auch in Zukunft kraftvoll für die Münchner Kultur schlägt."

Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers: „Ich kenne keine andere Stadt, die bereit ist, eine solche Investition in Kultur und Bildung zu tätigen. Bei der Ansicht der prämierten Entwürfe geht mir das Herz auf. Sie alle erlauben eine Verschränkung der im Gasteig beheimateten Institute mit intensiven Synergieeffekten. Für die Öffentlichkeit wird klar erkennbar sein, dass das Geld nicht nur in die Sanierung maroder Leitungen fließt, sondern eine hohe Aufenthaltsqualität geschaffen wird.“

Max Wagner, Geschäftsführer der Gasteig München GmbH: „Wir haben die beste Lösung gefunden. Alle drei Entwürfe sind sehr stark und haben das Potential, den Gasteig fit für die Zukunft zu machen. Alle öffnen den Gasteig noch mehr zur Stadt hin, bieten Räume für mehr Kulturvermittlung und die Funktionen, die wir uns im Gasteig wünschen.“

Wagner kündigt an, mit den drei Siegern in einen intensiven Dialog zu treten. Alle drei Büros sollen Briefings erhalten mit allgemeinen sowie spezifischen Fragestellungen. Hohe Priorität hat die Einhaltung des definierten Kostenrahmens. Für die Weiterentwicklung ihrer Entwürfe haben die Sieger drei Monate Zeit. Dann wird die Jury den endgültigen Gewinner ermitteln.

Die heute präsentierten Ergebnisse des Wettbewerbs werden vom 25. Mai bis 15. Juni 2018 in einer Ausstellung im Gasteig gezeigt. Neben den Arbeiten der drei prämierten Büros werden die Pläne und Modelle aller beteiligten Architekturbüros zu sehen sein.

Hintergrund:
Der Gasteig soll nach einer über 30-jährigen, intensiven Nutzung des Gebäudes generalsaniert werden – voraussichtlich ab 2021. Dabei soll nicht nur die Gebäude-, Kommunikations-, Medien- und Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand gebracht werden, sondern der Gasteig soll in allen Bereichen fit für die Zukunft gemacht werden. Dazu gehören unter anderem flexible Nutzungen, aber auch Themenbereiche wie Nachhaltigkeit und Inklusion. Der Gasteig will für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen, für Münchner Bürgerinnen und Bürger sowie nationale und internationale Gäste ein attraktiver und lebendiger Ort sein. Dies soll sich auch in seiner äußeren Gestalt artikulieren, die einen wichtigen Beitrag zu Baukultur und Städteidentität leisten kann. Ein Zusammenspiel von bestehender Bausubstanz und Neubauelementen in hoher Architekturqualität soll diesen Anforderungen entsprechen.


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