30. Juni 2020

Wichtiger Schritt zur Gasteig-Sanierung

Mehr Licht, mehr Luft, mehr offene Flächen: Die Vorplanung für den Neuen Gasteig durch das Münchner Architekturbüro Henn ist abgeschlossen und wurde dem Aufsichtsrat der Gasteig München GmbH vorgestellt. Was macht den Gasteig der Zukunft aus? Hier sind zentrale Elemente der Sanierungspläne.

Transparente Glasflächen für mehr Öffnung und als verbindende Kulturbrücke
Der Gasteig öffnet sich. Teile der Backsteinfassade werden durch Glasflächen ersetzt. Die von weitem sichtbare gläserne „Kulturbrücke“ verbindet alle Gebäudeteile des Gasteig und sorgt für eine noch stärkere Vernetzung der Gasteig-Institute. Signalisiert wird: Der Gasteig ist ein offenes Haus für alle und schlägt als pulsierender Begegnungsort eine Brücke in die Stadt.

Aktions-Flächen für alle
Die Bürger sollen sich ihren Gasteig zu Eigen machen. Statt nur Kultur anzubieten, möchte der Neue Gasteig das Potential aller Menschen zur Entfaltung bringen. Breite Aktionstreppen und Freiflächen sollen Gäste dazu anlocken. In Planung ist beispielsweise an der Ecke zur Rosenheimer Straße eine Speakers' Corner, die sich alle erobern können. Zum Zuhören und Niederlassen lädt eine breite Arenatreppe jeden ein – zur angenehmen Pause am gachen Steig.

Starker Fokus auf Kulturvermittlung
Kulturvermittlung wird künftig eine noch stärkere Rolle in Europas größtem Kulturzentrum spielen. Zentral im Erdgeschoss sind dafür 900 Quadratmeter als attraktive Anlaufstelle mit Arenen, Labs und angrenzender Kinderbetreuung geplant.

So sieht der Entwurf zum Neuen Gasteig aus

Mehr Aufenthaltsqualität und Sichtbarkeit für die Hochschule für Musik und Theater München (HMTM)
Der ganze Gasteig soll barrierefrei zugänglich, miteinander verwoben und durchschaubar sein. Auch die Hochschule für Musik und Theater wird im Neuen Gasteig mehr Präsenz erhalten. Für Studierende, Lehrkörper sowie die Öffentlichkeit soll eine deutlich verbesserte Aufenthaltsqualität spürbar werden, die Räume transparenter werden und eine neue Begegnungsachse mehr Orientierung schaffen.

Einladende Empfangshalle mit neuem Forum für die Volkshochschule
Künftig soll es im Gasteig eine zentrale Info-Theke für alle Besucherinnen und Besucher geben. Durch eine neue Struktur des Eingangsbereiches wird zusätzlicher Raum geschaffen, beispielsweise für das neue Forum der Münchner Volkshochschule im 1. Stock. Von außen für alle einsehbar bietet dieser neue Gasteig-Saal die geeignete Plattform für aktuelle Debatten.

Mehr Raum für Begegnung in der Stadtbibliothek
Die Stadtbibliothek wird noch attraktiver als Ort der Begegnung gestaltet und lädt auf zusätzlich geschaffenen kommerzfreien Flächen zum Verweilen ein. Dank modernisierter automatischer Medienerfassung können Bücher und Medien rund um die Uhr ausgeliehen werden. Und außerdem geplant: Auf dem Dach soll ein Lesecafé mit wunderbarer Sicht auf die Stadt entstehen.

Multifunktional: Der neugestaltete Carl-Orff-Saal
Dank eines „Klapp-Parketts“ wird der Carl-Orff-Saal zum Multifunktionssaal. 800 Besucher/innen können hier künftig Kongresse, Kino, Tanzveranstaltungen, Pop- und Jazz- oder Kammermusik erleben. Der hohe Raum verfügt über eine hohe Klangqualität, was das Münchener Kammerorchester (MKO) besonders freuen dürfte. Denn der Carl-Orff-Saal wird eine neue Heimatspielstätte für das MKO, das im Neuen Gasteig nicht nur seinen Probenort, sondern auch seinen Verwaltungssitz bekommt.

Top-Akustik und Publikumsnähe in der neuen Philharmonie
Steilere Ränge in Bühnennähe, ein großer Deckenreflektor und eine ausgeklügelte Anordnung der Ränge sollen in der Philharmonie einen fantastischen Klang ermöglichen. Für die Akustik zeichnet Yasuhita Toyota verantwortlich. Für ein stimmungsvolles Erlebnis sorgen zudem zahlreiche LED-Stäbe an der Decke, die über dem Publikum eine Art Lichtwolke bilden.

Panorama-Blick im Dachrestaurant
Ein buchstäblicher Höhepunkt der Sanierungspläne: Auf dem Dach der Philharmonie soll ein für alle offener neuer Aussichtspunkt hoch über der Isar entstehen. Dort soll es auch ein kleines Dachrestaurant geben – und vor allem einen einzigartigen Panoramablick über München.

Die nächsten Schritte in Richtung Zukunft?
Die Ergebnisse der Vorplanung wurden termingerecht Ende Juni 2020 fertiggestellt und bleiben in dem vom Münchner Stadtrat vorgegebenen Kostenrahmen von 410 bis 450 Millionen Euro. Wenn der Stadtrat im Herbst 2020 grünes Licht gibt, kann das Projekt, wie im Terminplan vorgesehen, in die Entwurfsplanung einsteigen.

»Es sind ganz viele Ideen in dieses Projekt eingeflossen. Alle, die beteiligt waren, sind sehr glücklich über das Ergebnis, das Kultur und Bildung für viele Jahrzehnte vorausdenkt. Jetzt wollen wir mit unserem Enthusiamus möglichst viele Münchnerinnen und Münchner anstecken!«
(Gasteig-Chef Max Wagner)


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